Man verwendet ein Programm mit einem Ringbuffer, mit dem man dann lediglich die Songs eines Streams aufnimmt, die einem wirklich gefallen. Nachträgliche Auswahl entfällt dann. Ein solches Programm ist timemachine. Man installiere, unter Debian Linux:
Man starte jackd mit: jackd -d alsa . jackd sollte nicht als Benutzer root gestartet werden, sonst können nur die Programme zu jackd verbinden, die ebenfalls als root gestartet wurden. Für alle anderen Programme sieht es dann so aus, als würde jackd nicht laufen.
Man starte nun aRts (das KDE-Soundsystem) mit Ausgabe auf jack. Das ist einstellbar unter »Einstellungen
-> Sound und Multimedia -> Soundsystem« im KDE-Menü, und in diesem Fenster im Dialog »Hardware«.
Man starte nun amarok mit Ausgabe auf aRts. Dann spiele man einen InternetRadio-Stream in amarok.
Man liste nun mit jack_lsp alle Ports auf, die zur Zeit bei jack zur Verfügung stehen. Darunter sollten die Ausgabe-Ports des jack-Clients »artsd« sein, also »artsd:out_1« und »artsd:out_2«.
Nun startet man timemachine (ein X11-Programm) mit »timemachine artsd:out_1 artsd:out_2«. Oder:
cd Act.InformationsTk/Liedgut.MP3s.InBearbeitung/2-vorZuschnitt/;
timemachine -t 30 -f wav artsd:out_1 artsd:out_2;
Um die Aufnahme anschließend mit den korrekten Metadaten versehen zu können, sollte man sich den Metadatenverlauf aus amarok herauskopieren. Da dieser ebenso wie die von timemachine erstellten Dateien mit Zeitstempeln versehen ist kann man so jedes Lied wieder identifizieren.
timemachine speichert seine Aufnahmen im aktuellen Verzeichnis. Mit »timemachine -h« erhält man mehr Dokumentation zu Optionen als in der Manualpage. So gibt es z.B. eine Option um die »pre buffering time« auf einen anderen Wert als 10 Sekunden zu stellen. Und eine Option, um als WAV-Datei statt als w64-Datei auszugeben. audacity kann beide Arten von Dateien verarbeiten.
jack wird, wenn jackd nicht mit Echtzeitpriorität betrieben werden kann, bei der Wiedergabe manchmal Aussetzer zeigen. Das betrifft jedoch nur die zeitkritische Wiedergabe auf die Sound-Hardware. timemachine empfängt trotzdem alle Daten, ohne Aussetzer. Um Aussetzern bei der Wiedergabe mit jack vorzubeugen, auch wenn man jack nicht mit Echtzeitpriorität betreiben kann, kann man die Buffergröße erhöhen. Als sinnvoll hat sich z.B. der Aufruf von »jack_bufsize 8192« erwiesen.
Die von timemachine erstellten wav-Dateien kann man (unter aRts und jack) mit xmms anhören. Nicht jedoch mit amarok, es erkennt das Sound-Format falsch.
Bisher gibt es keinen Weg, mit Programmen die auf gstreamer basieren auf jack auszugeben. Denn zur Zeit
(2005-08-05) ist gstreamer0.8-jack fehlerhaft und wird auch nicht gewartet; es ist zu erwarten, dass dieses Paket aus Debian verschwindet (vgl. lists.alioth.debian.org/pipermail/pkg-gstreamer-maintainers/2005-June/000116.html ).
Leider kann das Paket libjack0.100.0-0 bisher nicht normal verwendet werden, denn die Abhängigkeiten in Debian erzwingen dann eine Deinstallation von KDE (was offensichtlich ein Fehler ist). Sonst stünden damit weitere Möglichkeiten offen, einen Internet-Radio-Stream zur Eingabe von jack zu machen, z.B. die Pakete alsaplayer-jack, jack-tools und xmms-jack bzw. xmms-jackasyn. Das Paket libjack0.100.0-0 könnte ohne Berücksichtigung seiner Abhängigkeiten installiert werden (»force«-Option).
Weitere hilfreiche Programme (jedoch alle abhängig von libjack0.100.0-0):
- bitscope
- jackeq
- qjackctl
- rezound
- http://jackit.sourceforge.net/apps/ ist eine vollständige Liste